26 November 2010, Freitag

Operation gegen CHP-Besetzung: 57 Verhaftungen

Die Besetzung des CHP-Gebäudes in Mersin durch entlassene Arbeiter endete gestern nach 19 Stunden mit einer Polizeiintervention. 57 Arbeiter wurden verhaftet.

Die in der Nagel- und Drahtfabrik Akdeniz (Mersin) beschäftigten Arbeiter waren entlassen worden, nachdem sie begonnen hatten, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Gestern protestierten 57 Arbeiter mit einer Besetzung der örtlichen CHP-Zentrale gegen diese Maßnahme.

Die Besetzungsaktion begann morgens um 08.30 Uhr und wurde fortgeführt, als Verhandlungen kein Ergebnis zeitigten. Yılmaz Şanlı, Bezirksvorsitzender der CHP, hatte sich ein letztes Mal im Gebäude mit den Arbeitern getroffen; als darauf keine Einigung erzielt war, erfolgte eine Warndurchsage der Polizei per Megafon, die Aktion innerhalb von fünf Minuten zu beenden. Die Arbeiter gaben daraufhin bekannt, mit der Aktion fortfahren zu wollen. Nach Ablauf der fünfminütigen Frist hielten sie die Besetzung aufrecht, bis um 3.00 Uhr morgens eine polizeiliche Intervention erfolgte. Als die Besetzer auf Aufforderung die Tür nicht öffneten, brachen Polizeieinheiten diese mit Eisenstangen auf. Im Verlauf der Operation kam es zu Gedränge und Gerangel; schließlich wurden 57 Arbeiter in Bussen ins Polizeipräsidium von Mersin verbracht, um ihre Aussagen aufzunehmen. Die Arbeiter kommentierten: "Wir wollen Arbeit, wir wollen Brot, und dafür werden wir verhaftet!" Nach Aufnahme ihrer Aussagen im Polizeipräsidium wurden die 57 Arbeiter gegen 8.00 Uhr entlassen.

Rassim Gündal, Vorsitzender der Zweigstelle Mersin der im Verband DİSK organisierten Gewerkschaft Birleşik Metal-İş, gab bekannt, der Kampf gegen die Entlassung werde weitergeführt.