11 Januar 2011, Dienstag

ÄrztInnen als Gewerbetreibende

Im Gefolge des Regierungsprogramms „ Gesundheitliche Transformation‟ wurden neue Maβnahmen an Privatkrankenhäusern bekannt. Gegenstand sind Kostensenkungsmaβnahmen angesichts der zunehmenden Konkurrenz auf dem Gesundheitssektor.

Im Gefolge des Regierungsprogramms „ Gesundheitliche Transformation‟ wurden neue Maβnahmen an Privatkrankenhäusern bekannt. Gegenstand sind Kostensenkungsmaβnahmen angesichts der zunehmenden Konkurrenz auf dem Gesundheitssektor. Mit der jetzt implementierten Regelung wollen sich die Krankenhäuser von den Versicherungskosten und Ausgleichszahlungen für ÄrztInnen freimachen, indem diese über die staatliche Versicherungsanstalt für Selbständige, Kleinunternehmer und Gewerbetreibende, Bağ-Kur, versichern.

Laut einer von Hacer Boyacıoğlu in der Tageszeitung Radikal veröffentlichten Meldung entledigen sich die privaten Krankenhäuser mit dem Verfahren „Geh zu Bağ-Kur, zahl deine Versicherung und Steuern selbst‟ der Kosten für Versicherungsbeiträge,  Besoldungszuschläge aufgrund des Dienstalters sowie Abfindungszahlungen.

Zuständige der Staatlichen Sozialversicherungsanstalt (SGK) verwiesen auf die steigende Privatisierung im Gesundheitssektor. Krankenhäuser, die solchen Maβnahmen ergreifen wollten, seien gewarnt worden. Die Verfahrensregeln hätten sich jedoch geändert; mithin sei der Weg für derartige Schritte frei.

Das von Privatkrankenhäusern an staatlich versicherte ÄrztInnen gezahlte Entgelt kann nicht vollständig als Ausgaben geltend gemacht werden. Dies bringt erhebliche Personalkosten mit sich. Wenn sich die betreffenden MedizinerInnen nun selbst über Bağ-Kur versichern, sparen die Krankenhäuser, weil sie die Gesundheitsleistungen als von auβen zugekauft ausweisen können. Die meisten derjenigen ÄrztInnen, die die neue Regelung akzeptieren, werden ihre Privatwohnung als Arbeitsort angeben; die im Krankenhaus erbrachten Leistungen erscheinen dann als „Verkauf von Dienstleistungen‟.

EmekDunyasi.Net