06 Juli 2011, Mittwoch

Gemeinsamer Widerstand gegen Zulieferungsverträge

Weiterhin protestieren entlassene ArbeitnehmerInnen der Betriebe PTT, Ontex, Burger King, Kampana, Legrat und Kubatoĝlu in “Protestzelten” gegen ihre Beschäftigung über Zulieferungsverträge.

Weiterhin protestieren  entlassene ArbeitnehmerInnen der Betriebe PTT, Ontex, Burger King, Kampana, Legrat und Kubatoĝlu in "Protestzelten" gegen ihre Beschäftigung über Zulieferungsverträge. Sie haben entschieden, sich in ihrem Protest zu vereinen und werden nun auch auf dem Taksim-Platz ein Protestzelt errichten.

Die sich im ganzen Land ausbreitenden Zulieferungsvertragsverhältnisse haben dazu geführt, dass bis zum heutigen Tag tausende Beschäftigte mit der Ausrede, die Gewerkschaften forderten "Belegschaftsrechte und sichere Arbeit" ein, entlassen wurden. Die Zahl der in Subunternehmen Beschäftigten is tam höchsten in Istanbul, wo im vergangenen Jahr 3 400 ArbeitnehmerInnen entlassen wurden. Während die Anzahl von Entlassungen, die sich auf Zulieferungsvertragsverhältnisse zurückführen lassen, täglich steigt, verbreitet sich auch der Widerstand.

Um ihr Ziel zu erreichen, vereinen die ArbeitnehmerInnen ihre fragmentieren Aktivitäten. Die seit länger Zeit in Protestzelten vor  6 Betreiben wie bzw. PTT, Ontex, Burger King, Kampana, Megrat oder Kubatoĝlu aktiven ArbeiterInnen haben nach einem Treffen ihren Protest vereint. Rıza Soylu, der seit 180 Tagen vor dem Verteilungszentrum der PTT (*der ehemals staatlichen nun privatisierten Post der Türkei) im europäischen Teil Istanbuls Widerstand leistet, stellt fest, dass wenn die Proteste auf einer lokalen Ebene blieben, die Beschäftigten ihrem Schicksal überlassen würden: "Wir werden versuchen den Weg der gemeinsamen Auseinandersetzung zu gehen, ohne dazu gezwungen zu sein, weiterhin in Zelten zu protestieren. Indem wir aus sechs Standorten zusammenkamen um unser Ziel zu erreichen und gegen die Zulieferungsvertragsverhältnisse mit einer Stimme zu sprechen, haben wir unseren Widerstand zu einer Faust zusammengefügt."

ZEIT DEN WIDERSTAND ZU VEREINEN

Soylu, dessen Arbeitsverhältnis von Seiten des PTT-Generaldirektorats für beendet erklärt wurde, und der seit 180 Tagen im Zelt dagegen protestiert, behauptet dass in Istanbul täglich etwa 10 Aktivitäten von ArbeiterInnen stattfinden würden, die meisten aber ihrem eigenen Schicksal überlassen würden. Dies würde die Kämpfenden in eine schwierige Lage versetzen. "Nach einiger Zeit von monotonem Warten in den Zelten und dem Andauern des Prozesses werden die Beschäftigten unruhig, " sagt Soylu. Es müssten konkretere Schritte gegangen werden, um den Widerstand in kürzerer Zeit, hörbarer und erfolgreich zu sein und den Widerstand zu vereinen. Deswegen, fügt Soylu hinzu, würden nun auch Treffen mit denjenigen stattfinden, die noch bei PTT, Ontex, Burger King, Kampana, Legrat und Kubatoĝlu arbeiteten. Nach dem Treffen hätten sich sechs Widerstandsinitiativen vereinigt, als ersten konkreten Schritt hätten sie gemeinsam die Aktionen gegen die Entlassung von Arbeitern bei Casper besucht.

EIN GEMEINSAMES PROTESTZELT AUF DEM TAKSIM-PLATZ

Gamze Kaygan, Arbeitnehmerin bei Ontex, äußerte zum Thema gemeinsamer Widerstand, "dass wir unsere Aktionen aus den Zelten in die Industriegebiete tragen müssen. Wir müssen an zentralen Orten Aktionen durchführen und unsere Stimme hörbar machen. Deshalb haben wir bei unserem Treffen im Industriegebiet Kartal (auf der asiatischen Seite der Stadt) beschlossen, mit einigen Industriegebieten auf der Europäischen Seite gemeinsam vorzugehen." Jeden Samstag würden die sechs Initiativen nun auf dem Taksim-Platz eine gemeinsame Aktion veranstalten, führt Kayhan fort. Gleichzeitig sei geplant, auf dem Taksim-Platz ein gemeinsames Protestzelt aufzustellen.

ED - Übersetzung, Bearbeitung: JS, CT