05 November 2010, Freitag

Loç-Tal: Widerstand der DorfbewohnerInnen dauert an

Das Loç-Tal in Kastamonu, ein Naturwunder mit zahllosen Pflanzenarten, soll dem Bau eines Wasserkraftwerkes zum Opfer fallen. Im Loç-Tal finden sich auf gleichem Raum Pflanzen, die im Mittelmeer- und im Schwarzmeerraum heimisch sind. Die gegen den Bau des Kraftwerks aufbegehrenden DorfbewohnerInnen und UmweltaktivistInnen sidn weiterhin Angriffen ausgesetzt. Die einheimische Bevölkerung führt ihren Widerstand jedoch fort und stellt sich den Arbeitsmaschinen in den Weg.

Während türkeiweit an die 2000 Wasserkraftwerke (türk. Hidroelektrik Santral, abgek. HES) geplant sind, zeigen sich die BewohnerInnen des Loç-Tals entschlossen, ihre Quellen nicht zur Nutzung preiszugeben. Ihre 24 Stunden am Tag besetzten Zelte wurden von der mit dem Bau befassten Firma angezündet, zahlreiche der Widerstand Leistenden, darunter eine 80jährige Frau, geschlagen. Die DorfbewohnerInnen lieβen sich ärztliche Atteste ausstellen und bereiten sich derzeit darauf vor, einen Prozess gegen die Gesellschaft zu eröffnen.

DorfbewohnerInnen und UmweltaktivistInnen hatten die Zelte gemeinsam aufgestellt, um den Baud es Wasserkraftwerks zu verhindern. Diese waren nachts zu einem Zeitpunkt angezündet worden, als sich keine DorfbewohnerInnen darin befanden. In Reaktion auf die brennenden Zelte betraten die Protestierenden am frühen Morgen die Baustelle und beschuldigten die Gesellschaft. Von dort wurden sie vor den Augen der Gendarmerie durch Sicherheitsangestellte der Orya Enerji mit Schlägen vertrieben.

Währenddessen hatte eine Dorfbewohnerin namens Halime (Nachname unbekannt) versucht, vor dem Bulldozer liegend auf dem Gelände zu bleiben. Die Frau wurde festgenommen und nach 12 Stunden auf der Gendarmeriewache wieder freigelassen.

KEIN STAATSANWALT ANSPRECHBAR

Nachdem sie sich im Staatlichen Krankenhaus Cide Atteste über die Schlagverletzungen hatten ausstellen lassen, begaben sich die BewohnerInnen des Tals zum Staatsanwalt, um Anzeige zu erstatten, fanden diesen jedoch nicht vor. Allen Hindernissen zum Trotz würde der Widerstand jedoch weitergehen, sagten sie: „Wir überlassen denen unsere Bäche nicht.‟ Obwohl sie sich um Hilfe an die anwesende Gendarmerie gewandt hätten, habe diese nicht eingegriffen, gaben die DorfbewohnerInnen bekannt. Der Staatsanwalt sei für die Annahme ihrer Anzeige nicht ansprechbar gewesen; wie Angestellte des Gerichts behauptet hätten, sei kein diensthabender Staatsanwalt vor Ort.

Arbeits Welt

Bağlantılı Haberler